Vorbereitende Buchhaltung: Aufgaben, Software und Kosten

Software für die vorbereitende Buchhaltung erfasst Belege und Rechnungen

Die vorbereitende Buchhaltung umfasst alle Aufgaben, die der eigentlichen Buchführung vorausgehen: Belege und Rechnungen sammeln, die Daten auslesen, prüfen und für die Verbuchung aufbereiten. Am Ende steht ein Buchungsvorschlag, bevor das Buchhaltungsprogramm übernimmt.

Wer die vorbereitende Buchhaltung auslagern oder automatisieren möchte, trifft auf einen unübersichtlichen Markt, in dem Scan-Lösungen, Belegerfassung und komplette Buchhaltungsprogramme nebeneinanderstehen. Im Folgenden lesen Sie, welche Aufgaben dazugehören, was Software davon übernimmt, worauf Sie beim Vergleich achten und womit Sie bei den Kosten rechnen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist vorbereitende Buchhaltung?

Die vorbereitende Buchhaltung ist die Schicht vor der eigentlichen Buchhaltung. Die Buchführung erfasst Geschäftsvorfälle im Hauptbuch. Alles davor gehört zur Vorarbeit: Belege hereinholen, Daten auslesen, kontrollieren und für die Verbuchung bereitstellen. Je sauberer diese Vorarbeit läuft, desto weniger Nacharbeit bleibt in der Buchhaltung übrig.

Im deutschen Sprachraum begegnet Ihnen dafür auch der Begriff Vorbuchhaltung, international spricht man von Pre-Accounting. Gemeint ist jeweils derselbe Arbeitsschritt.

Was macht Software für die vorbereitende Buchhaltung?

Solche Software automatisiert die Vorarbeit. Zuerst wandelt OCR die Zeichen auf dem Dokument in lesbaren Text um. Danach erkennt selbstlernende KI, welches Feld wo steht: Lieferant, Rechnungsnummer, Datum, Beträge und Umsatzsteuer. Anschließend ordnet die Software die Zeilen dem passenden Sachkonto und Steuerschlüssel zu und stellt alles als Buchungsvorschlag bereit.

Achten Sie auf das Wort Vorschlag. Gute Software bucht nicht eigenmächtig in Ihrer Finanzbuchhaltung. Sie oder Ihr Steuerberater geben frei, erst danach geht der Buchungssatz über eine Schnittstelle ins Buchhaltungsprogramm. Diese Unterscheidung ist beim Vergleich entscheidend, denn wer mit durchgängiger Automatisierung wirbt, meint selten, dass niemand mehr auf das Ergebnis schaut.

Welche Aufgaben übernimmt sie?

Zur Vorarbeit gehört deutlich mehr als das Scannen. Diese Schritte fallen üblicherweise darunter:

  • Einreichen. Rechnungen per E-Mail, Belege über eine mobile App, Stapel per Upload und E-Rechnungen über Peppol laufen in derselben Arbeitsliste zusammen.
  • Erkennen. Kopfdaten und Rechnungszeilen werden gemeinsam ausgelesen, samt Steuerschlüssel und Sachkonto je Zeile.
  • Prüfen. Sie sehen je Feld, woher der Wert stammt, und ergänzen Fehlendes ohne Abtippen.
  • Freigeben. Rechnungen ab einem bestimmten Betrag laufen über eine Freigabestufe, mit sichtbarem Status je Dokument.
  • Übergeben. Der freigegebene Vorschlag geht über die Schnittstelle ins Buchhaltungsprogramm.
  • Archivieren. Das Originaldokument bleibt durchsuchbar, mit Protokoll für die Aufbewahrungspflicht nach GoBD.

Worauf achten Sie beim Vergleich?

Auf dem Papier ähneln sich die Anbieter stark. Die Unterschiede zeigen sich in Details, die Ihnen erst nach einigen Monaten auffallen. Diese sechs Punkte trennen die Optionen am deutlichsten:

Worauf Sie achtenWarum es zählt
Erkennung auf ZeilenebeneWird nur der Kopf gelesen, tippen Sie die Positionen weiterhin selbst
Schnittstelle zu Ihrem ProgrammOhne Anbindung an Ihre Finanzbuchhaltung verlagert sich die Handarbeit nur
EingangskanäleLieferanten senden unterschiedlich; E-Mail, App, Upload und Peppol gehören an eine Stelle
FreigabewegeSobald mehrere Personen prüfen, entscheidet dieser Punkt über den Durchlauf
Mehrere MandantenEine Unternehmensgruppe oder Kanzlei arbeitet selten mit nur einem Mandanten
Archiv und ProtokollNicht jedes Programm legt das Originaldokument beim Buchungssatz ab

Fragen Sie jeden Anbieter außerdem nach einem Test mit Ihren eigenen Rechnungen. Eine Demo mit Musterbelegen sagt wenig darüber aus, wie die Erkennung bei Ihren Lieferanten abschneidet.

Vorbereitende Buchhaltung und Ihr Steuerberater

Viele Unternehmen übernehmen die Vorarbeit selbst und übergeben den Rest an die Kanzlei. Genau an dieser Schnittstelle entsteht der meiste Aufwand: fehlende Belege, Rückfragen, doppelte Ablage. Läuft die Vorarbeit strukturiert, bekommt die Kanzlei vollständige Daten und Sie sparen die Rückfragen.

Ein Buchhaltungsprogramm ersetzt diese Schicht nicht. Es führt die Bücher, also Hauptbuch, Umsatzsteuervoranmeldung und Jahresabschluss. Die vorbereitende Buchhaltung sorgt dafür, dass dort korrekte und strukturierte Daten ankommen. Beide ergänzen sich.

Was kostet die Software?

Die meisten Anbieter berechnen einen festen Monatsbetrag plus einen Preis je verarbeitetem Dokument. Dieses Modell passt zu schwankenden Mengen: Ein ruhiger Monat kostet weniger als ein starker. Achten Sie beim Vergleich auf einmalige Einrichtungsgebühren und verpflichtende Beratung, denn diese Posten vergrößern den Abstand stärker als der Monatspreis vermuten lässt.

Zur Orientierung: Bei TriFact365 beginnt das Standard-Abonnement bei 10 Euro im Monat zuzüglich 18 Cent je verarbeiteter Rechnung, ohne Einrichtungskosten. Die aktuellen Preise finden Sie auf der Seite mit den Abonnements.

Warum lohnt sich die Vorarbeit?

Ohne geordnete Vorarbeit entstehen offene Posten, Verzögerungen und Suchaufwand zum Periodenende, also genau dann, wenn die Zeit am knappsten ist. Wird die Vorarbeit automatisiert, kommen Daten vollständiger und früher an, Sie behalten Ausgaben und Cashflow besser im Blick, und es bleibt weniger Nacharbeit übrig.

Vorbereitende Buchhaltung mit TriFact365

TriFact365 deckt genau diese Vorarbeit ab, bis hin zu den Buchungssätzen in Ihrem Buchhaltungsprogramm. Die Software erkennt Rechnungen und Belege bis auf Zeilenebene und stellt sie als Buchungsvorschlag bereit. Nach Ihrer Freigabe geht der Vorschlag über die Schnittstelle in das Programm, das Sie bereits nutzen. Mehr dazu unter digitale Rechnungsverarbeitung. Praktische Einstellungen erklären wir im Hilfecenter.

Häufige Fragen

Was gehört alles zur vorbereitenden Buchhaltung?

Dazu zählen das Sammeln und Sortieren von Belegen, das Auslesen der Daten, die Prüfung, die Freigabe und die Aufbereitung als Buchungsvorschlag. Die eigentliche Verbuchung im Hauptbuch gehört nicht mehr dazu.

Darf ich die vorbereitende Buchhaltung selbst machen?

Ja. Das Sammeln, Sortieren und Aufbereiten von Belegen dürfen Unternehmen selbst übernehmen. Die abschließende Buchführung und der Jahresabschluss bleiben Aufgabe Ihrer Steuerkanzlei oder einer entsprechend qualifizierten Kraft.

Ab welcher Größe lohnt sich Software dafür?

Sobald Sie monatlich mehrere Dutzend Rechnungen oder Belege verarbeiten oder mehrere Personen freigeben müssen, rechnet es sich meist. Bei einer Handvoll Dokumente im Monat genügt oft die Scanfunktion Ihres Buchhaltungsprogramms.

Funktioniert das auch mit E-Rechnungen und Peppol?

Ja. Bei einer E-Rechnung liegen die Daten bereits strukturiert vor, die Zeichenerkennung entfällt also. Die Buchungsarbeit bleibt: Die Zeilen müssen weiterhin Sachkonten und Steuerschlüsseln zugeordnet werden.

Wie lange dauert die Einrichtung?

Bei Cloudlösungen meist etwa eine Viertelstunde: Schnittstelle zum Buchhaltungsprogramm herstellen, eine Rechnungs-E-Mail-Adresse einrichten und die ersten Dokumente einsenden. Fragen Sie vorab nach Einrichtungsgebühren oder verpflichtender Beratung.

Ist das dasselbe wie eine Reisekosten-App?

Nicht ganz. Eine Reisekosten-App deckt Mitarbeiterauslagen ab, samt Kilometern und Erstattung. Die vorbereitende Buchhaltung umfasst den gesamten Dokumentenfluss Richtung Buchführung, Eingangsrechnungen eingeschlossen.

Fazit

Die vorbereitende Buchhaltung entscheidet darüber, wie viel Nacharbeit in Ihrer Buchführung übrig bleibt. Wer Software dafür sucht, achtet am besten auf die Erkennung bis auf Zeilenebene, die Schnittstelle zum vorhandenen Programm und die Möglichkeit, zuerst mit eigenen Rechnungen zu testen. Diese drei Punkte sagen mehr aus als jede Funktionsliste.

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